🏛 175 Jahre. Leonti Benois. Architektur mit Feingefühl – von St. Petersburg bis Darmstadt und Bad Homburg. TEIL 2
Die architektonische Geografie Leonti Benois’ reichte weit über die Grenzen des Russischen Kaiserreichs hinaus.
⛪️ Besonders aufschlussreich ist seine Verbindung zu Deutschland. Nach Benois’ Entwürfen entstanden dort zwei orthodoxe Kirchen, die eng mit dem russischen Kaiserhaus verbunden waren: die Kirche der Heiligen Maria Magdalena in Darmstadt und die Allerheiligenkirche in Bad Homburg. Beide Bauten entstanden in einem besonderen kulturellen Umfeld, geprägt von den engen dynastischen Beziehungen zwischen Russland und den deutschen Staaten.
☦️ Für den russischen Adel war Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts kein fernes Ausland, sondern Teil eines gemeinsamen europäischen Beziehungsraums, in dem familiäre, diplomatische und kulturelle Verbindungen eng ineinandergriffen. Benois’ Architektur wurde hier zu einem steinernen Zeugnis dieser Beziehungen: Die russisch-orthodoxe Tradition fand, vermittelt durch die Formensprache eines Petersburger Architekten, ihren Platz in deutscher Umgebung. Bis heute gehören diese Kirchen zu den sichtbarsten Spuren russischer Präsenz in der historischen Kulturlandschaft Deutschlands.
Doch Benois’ Bedeutung lässt sich nicht allein an der Zahl seiner Bauten messen.
🎓 Ein ebenso wichtiger Teil seines Lebenswerks war die Lehre.
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten der Architekturausbildung in St. Petersburg. 1892 wurde Benois Professor an der Kunstakademie und übernahm dort ein eigenes Architekturatelier. Von 1903 bis 1906 und erneut von 1911 bis 1917 war er Rektor der Höheren Kunstschule an der Akademie.
Zu den Architekten, die durch seine Schule gingen und später das Gesicht einer bereits ganz anderen Epoche prägen sollten, gehörten Fjodor Lidwal, Iwan Fomin, Wladimir Schtschuko, Alexei Schtschussew, Wladimir Gelfreich, Lew Rudnew und Wladimir Pokrowski.
Gerade darin liegt Benois’ besondere Stellung in der Architekturgeschichte. Er stand nicht einfach am Ende einer Tradition des 19. Jahrhunderts – durch seine Schüler gab er sie an eine neue Generation weiter. Viele Architekten seiner Schule sollten später zu den bedeutendsten Vertretern der sowjetischen Architektur gehören.
@RusBotschaft
#Kultur #Architektur
Die architektonische Geografie Leonti Benois’ reichte weit über die Grenzen des Russischen Kaiserreichs hinaus.
⛪️ Besonders aufschlussreich ist seine Verbindung zu Deutschland. Nach Benois’ Entwürfen entstanden dort zwei orthodoxe Kirchen, die eng mit dem russischen Kaiserhaus verbunden waren: die Kirche der Heiligen Maria Magdalena in Darmstadt und die Allerheiligenkirche in Bad Homburg. Beide Bauten entstanden in einem besonderen kulturellen Umfeld, geprägt von den engen dynastischen Beziehungen zwischen Russland und den deutschen Staaten.
☦️ Für den russischen Adel war Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts kein fernes Ausland, sondern Teil eines gemeinsamen europäischen Beziehungsraums, in dem familiäre, diplomatische und kulturelle Verbindungen eng ineinandergriffen. Benois’ Architektur wurde hier zu einem steinernen Zeugnis dieser Beziehungen: Die russisch-orthodoxe Tradition fand, vermittelt durch die Formensprache eines Petersburger Architekten, ihren Platz in deutscher Umgebung. Bis heute gehören diese Kirchen zu den sichtbarsten Spuren russischer Präsenz in der historischen Kulturlandschaft Deutschlands.
Doch Benois’ Bedeutung lässt sich nicht allein an der Zahl seiner Bauten messen.
🎓 Ein ebenso wichtiger Teil seines Lebenswerks war die Lehre.
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten der Architekturausbildung in St. Petersburg. 1892 wurde Benois Professor an der Kunstakademie und übernahm dort ein eigenes Architekturatelier. Von 1903 bis 1906 und erneut von 1911 bis 1917 war er Rektor der Höheren Kunstschule an der Akademie.
Zu den Architekten, die durch seine Schule gingen und später das Gesicht einer bereits ganz anderen Epoche prägen sollten, gehörten Fjodor Lidwal, Iwan Fomin, Wladimir Schtschuko, Alexei Schtschussew, Wladimir Gelfreich, Lew Rudnew und Wladimir Pokrowski.
Gerade darin liegt Benois’ besondere Stellung in der Architekturgeschichte. Er stand nicht einfach am Ende einer Tradition des 19. Jahrhunderts – durch seine Schüler gab er sie an eine neue Generation weiter. Viele Architekten seiner Schule sollten später zu den bedeutendsten Vertretern der sowjetischen Architektur gehören.
@RusBotschaft
#Kultur #Architektur